filme für eine weltaktuellkino
Bottled Life 
Gatos Viejos 
Medianeras 
Once upon a Time in Anatolia 
Silent Souls 
Vol spécial 
Los colores de la montaña 
A Separation 
Sira - wenn der Halbmond spricht 
Morgen 

Aktuell im Kino

Die folgenden Filme aus Afrika, Asien und Lateinamerika sind in Schweizer Kinos zu sehen. Da viele dieser Filme nicht gleichzeitig in mehreren Kinos programmiert sind, beachten Sie bitte die Details in der Presse.

Einen Überblick über die Filme im Kino in Ihrer Nähe finden Sie auf der Website Cineman.

 

Jetzt im Kino
Jetzt im Kino
Die Aufstellung ist nicht umfassend, die folgenden Titel entsprechen den Empfehlungen der Fachstelle «Filme für eine Welt». In den Augen der Fachstelle besonders sehenswerte Filme sind mit ** ausgezeichnet.

Bottled Life - Die Wahrheit über Nestlés Geschäfte mit dem Wasser
Urs Schnell, Schweiz 2011

Wie verwandelt man Wasser in Geld? Es gibt eine Firma, die das Rezept genau kennt: Nestlé. Dieser Konzern dominiert den globalen Handel mit abgepacktem Trinkwasser.

Der Schweizer Journalist Res Gehriger macht sich auf, einen Blick hinter die Kulissen des Milliardengeschäfts zu werfen. Nestlé blockt ab. Es sei der falsche Film zur falschen Zeit, heisst es in der Konzernzentrale. Doch der Journalist lässt sich nicht abwimmeln. Er bricht auf zu einer Entdeckungsreise, recherchiert in den USA, in Nigeria und in Pakistan. Die Expedition in die Welt des Flaschenwassers verdichtet sich zu einem Bild über die Denkweisen und Strategien des mächtigsten Lebensmittelkonzerns der Welt. [pd]

Die Website zum Film 

Gatos Viejos
Sebastian Silva Pedro Peirano, Chile 2011

Isidora und Enrique sind um die 80 und leben mit ihren ebenso betagten Katzen in einer eleganten Wohnung in Santiago. Nur befindet sich diese im achten Stock und macht Isidora schnell zur Gefangenen, wenn wieder mal der Lift ausfällt. Ausgerechnet an einem solchen Tag kündigt die Tochter ihren Besuch an. Sie hat es auf das Apartment abgesehen. Das ist zu viel für Isidora, die ihre Anflüge von Demenz vor den Gästen kaum mehr verbergen kann. Und plötzlich geht es hier nicht mehr ums Geld, sondern um Liebe, Vergänglichkeit und verpasste Chancen. Ein virtuos inszeniertes Kammerstück, das nahtlos von der Komödie in die Tragödie und wieder zurück gleitet.  [pd]

Weitere Informationen: trigon film

Medianeras
Gustavo Taretto, Argentinien 2011

Frisch verliebt im Zeitalter von Internet, Facebook und Twitter. Mariana und Martín sind die beiden Hauptfiguren in Gustavo Tarettos vergnüglichem Spielfilm. Sie leben an der selben Strasse im pulsierenden Buenos Aires. Er ist ein Computerfreak und muss erst wieder lernen, mit dem Tageslicht umzugehen, nachdem er die ganze Zeit vor dem Bildschirm sass und Spiele entwarf. Sie setzt sich zuhause eine Schaufensterpuppe zusammen, um eine Mannsfigur zu haben. Gleichzeitig ist Mariana ein Fan des Bildersuchrätsels «Wo ist Walter?», in dem es darum geht, aus dem Wirrwarr einer Szenerie die eine Figur herauszufinden. Wird Mariana ihren Martín finden? Die Stadt bringt sie zusammen und hält sie voneinander fern. Wir schauen den beiden zu und entdecken dabei auch Buenos Aires, das Taretto in seiner architektonisch reizvollen Komposition mit visuellem Spürsinn festhält.

«MEDIANERAS ist pure "argentinidad", ein unterhaltsamer Film über das Leben in Buenos Aires zu Beginn nach dem Staatsbankrott»
kinolatino

2. Publikumspreis am Festival Berlin 2011
Prix du public & Prix rail d’oc, Toulouse
Best of the Festival, Melbourne
Weitere Informationen: trigon film

Silent Souls – Ovsyanki

Once Upon A Time in Anatolia (Bir Zamanlar Anadolu'da)
Nuri Bilge Ceylan, Türkei 2011

Irgendwo in Anatolien. Es ist Nacht, und eine Gruppe von Leuten ist im Dunkel auf der Suche nach einem Tatort. Ein Mann soll umgebracht worden sein. Der Untersuchungsrichter will Fakten und Klarheiten, die Polizei betreut die Verdächtigten, ein Arzt soll die Obduktion vornehmen. Wo nur ist der Körper begraben? Vor uns enfaltet sich ein Krimi in Zeitlupe, hinein choreografiert in die Landschaft und in die Nacht. Über die Figuren erzählt sich das Leben hier, weit weg von allem und mittendrin. Aus dem Dunkel der Nacht tauchen ihre Geschichten an den Tag, ihre kleinen Dramen und das, was die Region prägt und andere abgeschiedene Flecken auf diesem Planeten. Nuri Bilge Ceylan zeigt uns, was in seiner Heimat im Verborgenen schlummert und wie wenige Sätze unter Umständen erhellend sein können. [pd]

«Die Überraschungen (...)lassen einen Meister erkennen, der nicht nur im poetischen Zusammenspiel von Licht, Bildern und Tönen, sondern durchaus auch in seinen vertrackten erzählerischen Einfällen zu faszinieren vermag.
Geri Krebs, NZZ

Grand Prix du Jury Cannes 2011
Weitere Informationen: trigon film

Silent Souls – Ovsyanki
Aleksei Fedorchenko, Russland 2010

Als seine geliebte Frau Tanja stirbt, bittet Miron seinen besten Freund Aist, ihm zu helfen, sie nach der Tradition der Merja-Kultur von der Welt zu verabschieden. Die Merja sind eine alte ugurisch-finnische Gemeinschaft, deren Traditionen am Verschwinden sind. Und so fahren die beiden Männer los auf eine Reise, die sie Tausende von Kilometer durch unberührte Landschaften führt. Begleitet werden sie von zwei kleinen Vögeln in einem Käfig, und Miron teilt Aist seine intimsten Erinnerungen mit, die er aus dem Eheleben hat. An den Ufern des heiligen Sees nehmen sie endgültig Abschied von der Frau, die sie beide geliebt hatten. Eine lyrische Reise in die Schönheiten der Landschaft, den Wert von Traditionen und in die Geschichte einer Liebe. Ein atemberaubend fotografierter Ausflug in die Kunst des Erzählens, der nicht umsonst in Venedig für die beste Kameraarbeit ausgezeichnet wurde. [pd]

«Eine berührende Ergründung über die  Kraft der Liebe.» NZZ
Weitere Informationen: trigon film

Vol spécial
Fernand Melgar, Suisse 2011

Im Gefängnis von Frambois warten Sans-Papiers und abgewiesene Asylsuchende auf ihre Ausschaffung aus der Schweiz. Hinter den geschlossenen Türen steigen täglich die Spannungen: Auf der einen Seite stehen Aufseher mit menschlichen Wertvorstellungen, auf der anderen Männer in Angst und unter Stress. Die Beziehungen untereinander sind geprägt von Freundschaft und Hass, Respekt und Auflehnung. Bis zum Moment der Ausschaffung. Die Ankündigung trifft jeden wie ein Faustschlag. Wer sich gegen den Transport wehrt, wird gefesselt und mit Gewalt in ein Flugzeug gesetzt. In dieser Extremsituation hat Verzweiflung einen Namen: vol spécial [pd]

Preis der ökumenischen Jury, Locarno 2011

Kinotipp der kirchlichen Filmbeauftragten
Offizielle Website

**Los colores de la montaña
Carlos César Arbeláez, Kolumbien/Panama 2010

Ein kleines Dorf in den kolumbianischen Bergen. Für den 9-jährigen Manuel erfüllt sich ein Traum, als sein Vater ihm zum Geburtstag einen Fussball schenkt. Doch schon kurz darauf landet dieser unerreichbar in einem Minenfeld. Manuel lässt nichts unversucht,um mit seinen Freunden Julián und Poca Luz den Ball zurück zu holen.

Konsequent aus der Perspektive der Kinder, in grossartigen Bildern und mit einer schnörkellosen Erzählweise schildert Carlos César Arbeláez den Alltag kolumbianischer Bauern zwischen den Fronten eines bewaffneten Konflikts. Kitschige Untertöne vermeidet er gekonnt durch seine sachliche und gleichzeitig poetische Art zu filmen und durch seine respektvolle und doch emphatische Haltung. Überzeugend macht Arbeláez in seinem ersten Spielfilm sichtbar, dass Menschen, die sich entschlossen für die Freiheit anderer einsetzen, ihre Träume nicht ver raten müssen und sich stattdessen friedlich der Gewalt entgegenstellen können. [pd]

Publikumspreis, Preis der oekumenischen Jury, Festival Freiburg FIFF 2011
Offizielle Website 
Weitere Informationen: XENIX Film

**A Separation - Nader And Simin
Asghar Farhadi, Iran 2011

Simin möchte mit ihrer Tochter Termeh den Iran verlassen. Ihr Mann Nader will bleiben und seinen an Alzheimer erkrankten Vater nicht allein zurück lassen. Deshalb reicht Simin beim Familiengericht die Scheidung ein. Als ihre Klage abgewiesen wird, zieht sie in die Wohnung ihrer Eltern. Termeh bleibt vorerst beim Vater und hofft, dass die Mutter bald wieder nach Hause kommt. Zur Betreuung seines kranken Vaters engagiert Nader eine junge Frau. Razieh ist schwanger und übernimmt diesen Job, ohne ihren Ehemann davon in Kenntnis zu setzen. Als Nader eines Tages von der Arbeit nach Hause kommt und seinen Vater allein in der Wohnung findet, kommt es zum Eklat. In der Folge werden Leben und Beziehungen aller Beteiligten stark aufgewühlt und durchgeschüttelt. Und wir betrachten das Geschehen atemlos und stellen fest: Eine Wahrheit gibt es nicht. [pd]

Goldener Bär und Preis der ökumenischen Jury, Berlinale 2011
Kinotipp der kirchlichen Filmbeauftragten
Weitere Informationen: trigon film

Sira – Wenn der Halbmond spricht
Dokumentarfilm von Sandra Gysi, Ahmed Abdel Mohsen, Schweiz 2011

Sayyed el-Dawwy ist 80 Jahre alt und der letzte lebende Dichter der Sira - des grössten arabischen Epos. Nur er kennt ihre 5 Millionen Verse auswendig, nur er hält die Geschichten vom Volk des Halbmonds am Leben. Über Generationen ausschliesslich mündlich überliefert will er die Sira nun an seinen Enkel Ramadan weitergeben.

Der Film begleitet die beiden auf ihren Konzert-Tourneen durch Ägypten. Und während Sayyed seinem Nachkommen Ramadan die Sira in seinem Sinne vermitteln will, interessiert sich Ramadan für zeitgenössische Interpretationen im Einfluss von Pop und Soap-Operas. Im Ringen der Generationen um die Bedeutung der Sira zeigt sich eine Welt, die zwischen Tradition und Moderne steckt – auf der Suche nach ihren Helden. Gestern wie heute. [pd]

Die Website des Films

Morgen
Marian Crisan, Rumänien/Frankreich/Ungarn 2010

Salonta, eine Kleinstadt an der Rumänisch-Ungarischen Grenze: Auf einem abgelegenen Hof lebt Nelu, dessen Tage sich im immer gleichen Rhythmus dahin ziehen. Einzige Abwechslung bietet ihm das abendliche Angeln in den umliegenden Flüssen, wo er eines Tages einem türkischen Mann begegnet, der beim Versuch, über Ungarn nach Deutschland zu gelangen, in Rumänien gestrandet ist.
Nelu nimmt ihn mit nach Hause, gibt ihm Essen und saubere Kleidung und versteckt ihn im Keller. Obwohl sie keine gemeinsame Sprache haben, entwickelt sich zwischen den beiden ungleichen Männern eine Art stiller Freundschaft. Und so gerne Nelu Behran helfen würde, er weiss nicht wie. Zahlreiche Versuche, ihn über die Grenze zu bringen, scheitern. Vielleicht gelingt es Morgen?
Regisseur Marian Crisan stammt selbst aus Salonta. Mit stillem und mitunter lakonischem Humor erzählt er in seinem Spielfilmdebüt von den Rändern Europas – eine Parabel über Politik und Ökonomie, über Freundschaft und das verrückte Verlangen nach einem besseren Leben im Morgen. [pd]

Preis der ökumenischen Jury und Spezialpreis der Jury, Filmfestival Locarno 2010
Kinotipp der kirchlichen Filmbeauftragten
Mehr zum Film, Trailer: secondo film

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Last Update 25.01.2012