Rassismus in rechtsextremer Ausprägung
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Angst isst Seele auf
 
Szenenbild
Hommage an Rainer Werner Fassbinders Film «Angst essen Seele auf» (1974)

Produktion: Yilmaz Arslan Filmproduktion GmbH | D 2002
Buch und Regie: Shahbaz Noshir-Öz
Kamera: Jürgen Jürges
Schnitt: Thea Eymèss
Sprachen: Deutsch; französisch und italienisch untertitelt
Filmlänge: 13 Minuten
DarstellerInnen: Brigitte Mira (spielte bereits im Fassbinder-Film von 1974 die Rolle der «Emmi»), Pierre Sanoussi-Bliss («Mulu», Stimme aus dem Off), Selim Dursun «Rechtsradikaler Hirschke»), Michael J. Lieb («1. Polizist»), Samir Osman («2.Polizist»), Boris Ben Siegel («Schauspielleiter», Stimme aus dem Off)
Musik: Peter Tröster (Nick Drake: «Parasite»)

Geeignet: ab 14 Jahren, Sekundarstufe 1 und 2

Dieser Film ist nur auf der DVD «Respekt statt Rassismus» verfügbar.

Für die VHS Ausleihe dieses Films in Deutschland besuchen Sie die Website des evangelischen Zentrums für entwicklungsbezogene Filmarbeit EZEF.

Berichten Sie uns von Ihren Erfahrungen, die Sie mit dem Film gemacht haben! Wir werden Ihr Feedback auf dieser Seite veröffentlichen.

Die Auswahl der Fachstelle erfolgt auf Grund folgender Qualitätskriterien.

Inhalt

Der farbige Schauspieler Mulu ist auf dem Weg zu seinem Auftritt in einem deutschen Provinztheater. Er ist spät dran und telefoniert mit dem Regisseur, der über diese Verspätung alles andere als begeistert ist.

Als er nach der Ankunft mit dem Zug durch die Bahnhofunterführung geht, wird er von einer Gruppe Rechtsradikaler provoziert. Nach ersten gehässigen Worten kommt es zu Tätlichkeiten. Mulu wird zu Boden gerissen und von den Rechtsradikalen verprügelt. Keiner der umstehenden Passanten hilft ihm. Schliesslich trifft die Polizei ein und macht dem blutigen Treiben ein Ende.

Während der Protokollaufnahme wird Mulu von einem der Rechtsradikalen weiterhin verbal angegriffen. Der Neonazi erhofft sich die Sympathie der Polizeibeamten. Doch diese erledigen sachlich ihre Arbeit. Sie nehmen auf, dass Mulu deutscher Staatsbürger ist und am Theater in einem Stück nach Rainer Werner Fassbinders Film «Angst essen Seele auf» spielt. Nach anfänglichem Zorn will Mulu weder Anzeige erstatten, noch sich ins Krankenhaus bringen lassen. Er nutzt die erstbeste Gelegenheit, um ins Theater zu kommen.

Hier wartet bereits seine Bühnenpartnerin Emmi. Mulu kommt gerade noch rechtzeitig zu seinem Auftritt. Nach anfänglichem Erschrecken über Mulus Verletzungen, spielen beide äusserst gefühlvoll ihre Rollen: In einer der Schlüsselszenen verliebt sich eine dreissig Jahre ältere, einsame Frau - dargestellt durch Emmi - in einen marokkanischen Gastarbeiter, der von Mulu gespielt wird.

Nach der Aufführung sitzt Mulu wieder im Zug. Er hat vom Regisseur überschwängliches Lob erhalten. Nachdenklich streut der Schauspieler den geschenkten Blumenstrauss aus dem Fenster.

Zum Regisseur

Shahbaz Noshir-Öz wurde 1959 im Iran geboren und lebt seit 1986 in Deutschland. Von 1989 bis 2000 spielte er die Rolle des marokkanischen Gastarbeiters «Salem» in Fassbinders Theaterstück «Angst essen Seele auf» am Theater Meiningen. Dort wurde Shahbaz Noshir auf dem Bahnhof von rechtsradikalen Jugendlichen zusammengeschlagen. Dieses Erlebnis ist der autobiographische Hintergrund zu seinem Film «Angst isst Seele auf», der deshalb auf Fassbinders Theaterstück beruht.

Lernziele

  • Bewusst werden, dass «Fremde» bei vielen Menschen Assoziationen auslösen, die meistens eher Vorurteilen als Tatsachen entsprechen.
  • Sich der eigenen Einstellung bzw. sich eventueller Vorurteile bewusst werden, wenn beispielsweise ein (junger) Farbiger mit einer (älteren) einheimischen Frau zusammen ist.
  • Kennen lernen von Beispielen ausländischer Menschen, die in der Schweiz erfolgreich beruflich tätig sind und eine Bereicherung für unsere Gesellschaft darstellen - wie der/die AusländerIn in der Schulklasse oder der/die ausländische NachbarIn.
  • Erkennen, dass der Rechtsstaat auf eine unvoreingenommene, professionell arbeitende Polizei angewiesen ist (respektive wäre).

Ab 14 Jahren

 

Dieser Film ist ausschliesslich auf der DVD «Respekt statt Rassismus» verfügbar.

Verkaufspreis: Fr. 60.– für schulischen und kirchlichen Unterricht sowie für Weiterbildungsveranstaltungen. Kirchliche Anlässe, für die nicht öffentlich geworben wird, sind ebenfalls möglich.
Jede andere öffentliche, nicht-gewerbliche Vorführung eines Films der DVD bedarf einer zusätzlichen Abgeltung von CHF 50.–. Anfragen per Mail an die Fachstelle.

Miete:

  • Für Unterricht und Bildung: wenden Sie sich an die Verleihstelle in Ihrer Nähe (Mediotheken, didaktische Zentren, kirchliche Medienstellen) !
    Eine Aktuelle Liste finden Sie hier.
  • Öffentliche Vorführungen (ohne Erhebung eines Eintrittspreises, pro Filmvorführung): Fr. 80.–
    Reservationen bitte nur mit dem untenstehenden Formular.
    Ausserhalb des kirchlichen Rahmens muss zusätzlich die Filmmusik über die SUISA (Tel. 044 485 66 66, www.suisa.ch) entschädigt werden.

Artikelnummer: 52014

 

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Last Update 04.01.2011