Tradition und Moderne in der Türkei
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Filmausschnitt

 

Der Schneiderjunge von Urfa
Ömer
Buch und Regie: Hans Andreas Guttner
Produktion: Sisyphos Film/ZDF/3sat (Reihe «Fremde Kinder»), Deutschland/Türkei 2008
Kamera: Hans Albrecht Lusznat
Schnitt: Jean André
Ton: Mehmet Erden

Dokumentarfilm, 30 Minuten ab 12 Jahren

Sprachen: Türkisch, Deutsch (teilweise untertitelt)
Untertitel: Französisch
Begleitmaterial: Maya Rechsteiner

Dieser Film ist ausschliesslich erhältlich auf der DVD «Kinder dieser Welt erzählen. Im Fokus: Kinderrechte»

  • Vertrieb in Deutschland: Evangelisches Zentrum für entwicklungsbezogene Filmarbeit EZEF
  • Vertrieb in Österreich: BAOBAB
Inhalt

Der dreizehnjährige Ömer will Staatsanwalt oder Schneider werden. Er lebt mit seiner Familie in der alten Handels- und Pilgerstadt Urfa in Südostanatolien nahe der syrischen Grenze. Vormittags geht er zur Schule und lernt englisch, nachmittags arbeitet er in der Schneiderei seines Vaters im «Gümrük Han», einer 500 Jahre alten ehemaligen Karawanserei mitten im Basar von Urfa. Dieser orientalische Markt gilt als einer der schönsten des Landes und präsentiert sich als so altertümliches wie funktionierendes Gefüge der patriarchalischen islamischen Gesellschaft, das sich seine männlichen Stützen schon früh heranzieht. Auch Ömers Freunde arbeiten hier, verkaufen Sesambrezeln, räumen Teegläser ab und säubern Wasserpfeifen, während die Mädchen nachmittags am öffentlichen Leben nicht teilnehmen und zu Hause helfen müssen. Gerade im alten Urfa wird die türkische Sonderstellung zwischen westlicher Moderne und orientalischer Tradition überdeutlich. So geht Ömers Schwester zwar ganz selbstverständlich zur Schule, seine Mutter aber meidet die Kamera, weil sich eine islamische Frau nicht im Fernsehen zeigen sollte. In ein paar Jahren wird sich Ömer entscheiden müssen, zu welcher Welt er gehören möchte. Entweder er geht in die Hauptstadt und wird Staatsanwalt, oder er sorgt im väterlichen Laden für Ordnung und ein gutes Auskommen. Das allerdings ist nur möglich, wenn die türkische Handarbeit in Urfa gegenüber der Billigware aus Fernost konkurrenzfähig bleibt.

Angaben

Zum Regisseur:
Hans Andreas Guttner drehte 1979 einen der ersten Filme, in dem sich türkische Gastarbeiter artikulierten («Alamanya, Alamanya – Germania, Germania»). Weitere Filme zum Einwanderungsthema folgten: «Im Niemandsland» von 1983 und «Dein Land ist mein Land» von 1989 erzählen von der zweiten und dritten Generation türkischer Immigranten in Deutschland. Vor dem «Schneiderjungen von Urfa» realisierte Guttner 2006 bereits den Film «Der Basar von Urfa» für Arte.

Land: Türkei

Themen: Kinderarbeit, Rollenverständnis, Tradition - Moderne

Begleitmaterial von Maya Rechsteiner
Hinweis: die Webversion des Begleitmaterials ist in geringer Auflösung und für den Ausdruck nicht geeignet!

Schwerpunkt: Der 13-jährige Ömer steht im Mittelpunkt dieser Dokumentation mit den Schwerpunkten Kinderarbeit in einem Familienbetrieb, Rollenverständnis, Tradition und Moderne.

Lernziele
  • Das Leben von Ömer als Beispiel eines Jugendlichen kennen lernen, der Verantwortung im elterlichen Betrieb übernehmen muss
  • Das Leben Ömers mit dem eigenen vergleichen
  • Schritte bei der Hosenproduktion kennen lernen und mit den Herstellungsbedingungen unserer Hosen vergleichen
  • Bedingungen für «fair trade»-Labels kennen lernen
  • Die Trennung der Lebenswelten von Männern und Frauen hier und dort vergleichen
  • Die Denkweise der patriarchalen islamischen Welt mit der eigenen in Beziehung setzen

Dieser Film ist ausschliesslich erhältlich auf der DVD «Kinder dieser Welt erzählen. Im Fokus: Kinderrechte»

Verkaufspreis: Fr. 60.– für Unterricht und Weiterbildung, Fr. 100.– für Medienstellen mit externer Ausleihe und/oder für das Recht zur öffentlichen Vorführung (ohne Erhebung eines Eintrittspreises).

Miete:

  • Für Unterricht und Bildung: wenden Sie sich an die Verleihstelle in Ihrer Nähe (Mediotheken, didaktische Zentren, kirchliche Medienstellen) !
    Eine Aktuelle Liste finden Sie hier.
  • Für öffentliche Vorführungen (ohne Erhebung eines Eintrittspreises): Fr. 50.–
    Reservationen ausschliesslich mit dem untenstehenden Formular

Ausserhalb des kirchlichen Rahmens muss zusätzlich die Filmmusik über die SUISA (Tel. 044 485 66 66, www.suisa.ch) entschädigt werden.

Artikelnummer: 52052

 
  • Vertrieb in Deutschland: Evangelisches Zentrum für entwicklungsbezogene Filmarbeit EZEF
  • Vertrieb in Österreich: BAOBAB

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Last Update 05.01.2010