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Frontière
Inhalt 
Der Regisseur zu seinem Film 
Credits 

Inhalt
Zwei Figuren (aus Knetmasse) begegnen sich in einer kargen Landschaft, unter blauem Himmel bei gleissendem Sonnenlicht. Sie sind als Menschen zu erkennen, haben aber kein Geschlecht und keinen Mund. Eine der beiden ist heller als die andere.

Die Figuren sind erstaunt, sich zu begegnen und wirken etwas ratlos. Dann beginnt die eine der anderen mit Handzeichen klarzumachen, dass diese auf die Seite treten solle. Die andere weigert sich. Es kommt zu Handgreiflichkeiten. Beide fallen rückwärts auf den Boden. Darauf ergreift eine Figur einen herumliegenden Backstein und errichtet blitzschnell eine kleine Mauer zwischen sich und die andere Figur. Diese beginnt nun ihrerseits eine Mauer zu bauen. Die erste Figur ist zuerst erstaunt, treibt dann aber den eigenen Mauerbau umso heftiger voran. So kommt es zu einem Wettlauf. Beide bauen in rasendem Tempo eine Mauer, die immer höher und unübersichtlicher wird. Die zwei Mauern werden zu einem unübersichtlichen Labyrinth, aus dem es kein Entrinnen mehr gibt. Die erste Figur erkennt diese Situation, hastet los und sucht einen Ausgang – vergeblich. Darauf ruft sie in ihrer Verzweiflung ein «Hallo», das aber unbeantwortet verhallt.

Am Schluss sind beide Figuren von oben in einer stummen Schattenwelt sichtbar, erschöpft – ohne es zu wissen – Rücken an Rücken sitzend, durch die Mauern getrennt. Der Blickwinkel weitet sich, und schliesslich zeigt sich eine Erdkugel, deren Oberfläche aus einem einzigen Labyrinth besteht.

Die Regisseurin zu ihrem Film
«Dieser Film ist 1997 im Rahmen meines Studiums an der Filmakademie Baden Württemberg entstanden. Die Umsetzung erfolgte damals mit meiner ehemaligen Lebensgefährtin Maud Gravereaux, einer Französin, die zu diesem Zeitpunkt an der ENSAD (Kunsthochschule) in Paris studierte. Mit minimalen Mitteln und einem kleinen Budget von ca. 1000 DM setzten wir den Film in ca. 4 Monaten um. Drehort war ein improvisiertes Studio auf dem Dachboden einer WG. Es war für uns Pioniersarbeit, in der wir uns der Animationstechnik naiv näherten und gegen Ende unsere eigenen Methoden entwickelt hatten. Wenig Schlaf und eine Art von Besessenheit begleiteten uns.

Christian Fischer wurde in Deutschland geboren und erhielt seine Ausbildung zum Filmemacher an der Filmakademie Ludwigsburg. «Frontière» ist sein erster Film, den er noch während seiner Studienzeit realisiert hat.

Nachdem die Idee in einer einzigen Nacht in meinem Kopf geboren war ... ohne analytische intellektuelle Erwägungen ... sehr spielerisch ... durch den Gedanken: Was passiert, wenn zwei Figuren zwar endlos Platz haben – sich aber nicht aus dem Weg gehen wollen? Dann folgte ein Gedanke dem anderen, ohne viel Kopfzerbrechen – sehr intuitiv ... wie gesagt, in einer Nacht war diese kleine Geschichte geboren.

Es folgten zahlreiche Interpretationen, doch der Beginn war rein spielerisch – vielleicht getrieben auch von der Wut gegenüber Intoleranz und Egoismus ... der uns in die Sackgasse und in die Einsamkeit führt.»

Credits
Frontière

Animationsfilm Plastilin-Technik
Regie und Animation: Christian Fischer
Produktion: Filmakademie Baden-Württemberg, Deutschland 1997

Sprache: ohne Worte
Filmlänge: 5 Minuten
Musik: Jesse Milliner

Geeignet: ab 7 Jahren

Auszeichnungen: Internationales Animationsfilmfestival Annecy (Frankreich); Video-Filmtage Koblenz (Deutschland): bester Studentenfilm; Hans W. Geissendörfer-Nachwuchspreis