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Mohamed
Inhalt 
Die Regisseurin zu ihrem Film 
Credits 

Inhalt
In einer französischen Grundschule fordert die Lehrerin die Schülerinnen und Schüler auf, passende Begriffe zur Farbe «Gelb» zu nennen. Die Kinder beteiligen sich rege am Unterricht. Es fallen Worte wie «Gold», «Australien» oder «Feuer». Die Lehrerin fragt auch einen schwarzen Jungen: «Mohamed, hast du noch eine Idee?» Der Knabe schüttelt den Kopf. Schliesslich fährt die Lehrerin mit der Farbe «Schwarz» fort. Wieder machen die Kinder viele Vorschläge: «Schwarz wie eine Kanonenkugel, wie die Trauer, wie England, wie die Magie.» Jetzt beteiligt sich auch Mohamed am Gespräch. «Die Nacht» und «eine Fledermaus» kommen ihm bei der Farbe «Schwarz» in den Sinn.

Nach der Schule fährt Mohamed mit seinem Fahrrad nach Hause. Unterwegs kommt er an einem sandigen Platz vorbei, wo gerade mehrere junge Männer Fussball spielen. Dabei fliegt der Ball über den Spielfeldrand an das Vorderrad. Er kommt gar nicht dazu, den Ball zurückzuspielen, als ihn ein dunkelhäutiger Mitspieler ziemlich grob anfährt: «He, kleiner Neger, schiess mal den Ball rüber!» Mohamed nimmt sein Rad, steigt in die Pedale und fährt mit gesenktem Kopf nach Hause. Im Hausgang wird er von einem Nachbarn wohlwollend mit seinem Namen «Mohamed» begrüsst. Der Knabe reagiert aber aggressiv und schreit, dass er nicht mehr Mohamed genannt werden wolle.

Er betritt die Wohnung. Hier herrscht reges Treiben. Viele Erwachsene sprechen einträchtig miteinander und trinken Tee. Mohamed geht zuerst zu seiner Mutter, die seine jüngere Schwester frisiert und ihn deshalb nur kurz beachtet. Auch die Männerrunde nimmt seine Traurigkeit nicht wahr.

Mohamed zieht sich in sein Zimmer zurück und legt sich dort nachdenklich auf das Bett. Seine ältere Schwester kommt zu ihm und zieht ihn in die Höhe. Er bekennt ihr, dass er nicht mehr Mohamed heissen wolle. Er hätte es lieber, dass man ihn Kevin nennt. Die Schwester streichelt, tröstet und beruhigt ihn. Sie meint, dass Schwarz eine schöne Farbe sei, und auch sein Name passe zu ihm.

Die Regisseurin zu ihrem Film
«Der Respekt vor der anderen Person ist eine ganz wesentliche Aufgabe des Menschen – diese andere Person, die so oft wir selbst sind. Ich denke an Dich, Mamadi. Danke allen.»
Catherine Corsini

Catherine Corsini wurde in Frankreich geboren und machte eine Ausbildung zur Schauspielerin in Paris. Mitarbeit an Kurzfilmen, dann Arbeit als Drehbuchautorin und Regisseurin verschiedener Kurz- und Spielfilme.

Zur Autorin des Drehbuchs

Samia Ayeb ist 23 Jahre alt, hat Filmgeschichte studiert und Dokumentarfilme realisiert. Zum Szenario ihres Drehbuchs wurde sie durch die Bekanntschaft mit einem kleinen Jungen von den Komoren (ostafrikanische Inselgruppe im Indischen Ozean) angeregt: Der Junge wollte weiss werden; er wünschte sich eine andere Hautfarbe.

Der Film im Blickwinkel des Produzenten, der Verein «Dire, faire contre le racisme (d.f.c.r.)»:

«Schwarz wie ein Sack, schwarz wie die Nacht ...»

«Unser Familienname trägt unsere Wurzeln in sich, genauer gesagt diejenigen unserer Vorfahren. Noch näher haftet unser Vorname an unserer Identität, diejenige, die unsere Eltern bei unserer Geburt bewusst respektive vorbedacht vorhersehen. Mohamed, er will diesen Vornamen nicht mehr. Dieser widerspiegle – scheint ihm – nichts Wertvolles, mit dem was er ausstrahle ... und vor allem hörte er seine Klassenkameraden sich über Farben ausdrücken und was diese evozieren. Dann weist ihn ein Grosser – ein wenig herablassend – mit «Negro» zurecht ... und das Fass läuft über. Der kleine Mohamed träumt davon, sich Kevin zu nennen – ein Vorname eines Schauspielers, eines amerikanischen Stars – vielleicht gar derjenige eines grossen Sportlers? Endlich ein Vorname, der ihn an das erinnert, was er jeden Tag im Fernsehen sieht.

Seinen Vornamen mehr mit seiner Hautfarbe als mit seiner Religion verbindend, fühlt sich der kleine Mohamed einsam, selbst im Kreise seiner grossen Familie. Und er leidet in seiner Haut, weil er keinem seiner Wunschbilder entspricht. Das äussere Bild bleibt also ein Hauptnenner der gesamten Identität.»
d.f.c.r. / Deutschsprachige Adaption: Ernst Rieben

Credits
Mohamed
Kurzspielfilm aus der Filmreihe «Pas d'histoires! 12 regards sur le racisme au quotidien» («12 Blicke auf den Rassismus im Alltag»)

Drehbuch: Samia Ayeb
Regie: Catherine Corsini
Kamera: Gilles Henry
Schnitt: Sabine Mamou
Produktion: L’association «Dire, faire contre le racisme» (d.f.c.r.), Little Bear, Frankreich 2000
Untertitel: Deutsch, Italienisch
DarstellerInnen: Mamadi Touré («Mohamed»), Sokam Njaboy, Nbero Njaboy, Afchiata Diomambe, Massouho Dosso

Sprachen: Französisch, Deutsch, Italienisch
Filmlänge: 5 Minuten
Geeignet: Primarstufe, ab 8 Jahren